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Regulatorische Anforderungen für Startups

Von der Gründung bis zur ersten Behördenmitteilung — was Sie wirklich wissen müssen. Ein praktischer Überblick über die wichtigsten Compliance-Schritte, die Ihr neues Unternehmen nicht übersehen darf.

12 min Lesezeit Anfänger Februar 2026
Geschäftsmann mit Tablet und regulatorischen Dokumenten bei der Überprüfung von Compliance-Anforderungen

Warum Sie das nicht ignorieren können

Viele Gründer starten ihr Unternehmen mit großer Begeisterung — und vergessen dabei die behördlichen Anforderungen. Das rächt sich schnell. Bußgelder, Verzögerungen bei Genehmigungen oder sogar die Sperrung von Konten können das Ergebnis sein.

Das Gute: Sie müssen kein Jurist sein. Die wichtigsten Anforderungen sind nachvollziehbar, wenn Sie wissen, wo Sie hinschauen müssen. In diesem Leitfaden gehen wir durch die Schritte, die fast jedes Startup machen muss — von der Anmeldung bis zur Buchhaltung.

Die ersten Schritte: Anmeldung und Registrierung

01

Gewerbeanmeldung

Sie müssen Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. Das kostet zwischen 15 und 70 Euro und dauert normalerweise ein bis zwei Tage. Danach erhalten Sie eine Gewerbeanmeldungsbescheinigung — ohne diese können Sie kein Geschäftskonto eröffnen.

02

Handelsregistereintrag

Wenn Sie eine GmbH gründen, ist ein Eintrag ins Handelsregister erforderlich. Das kostet etwa 150-300 Euro und wird durch den Notar verwaltet. Erst dann existiert Ihr Unternehmen rechtlich. Freiberufler und Einzelunternehmer sind oft ausgenommen.

03

Steuernummer und USt-ID

Das Finanzamt vergibt Ihnen automatisch eine Steuernummer nach der Gewerbeanmeldung. Für Umsatzsteuer-Zwecke brauchen Sie zusätzlich eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Diese beantragen Sie beim Bundeszentralamt für Steuern.

Geschäftsmann mit Registrierungsdokumenten und behördlichen Formularen am Schreibtisch

Finanzielle und buchhalterische Anforderungen

Jedes Startup muss Bücher führen — die Frage ist nur wie detailliert. Einzelunternehmer mit weniger als 500.000 Euro Jahresumsatz können eine einfache Buchhaltung nutzen. Alle anderen müssen doppelte Buchführung machen.

Das müssen Sie wissen:

  • Rechnungen müssen bestimmte Angaben enthalten: Rechnungsnummer, Datum, Namen beider Parteien, Umsatzsteuer-ID, Leistungsbeschreibung
  • Aufbewahrung: Alle Belege und Rechnungen müssen 6 Jahre aufbewahrt werden
  • Geschäftskonto: Das ist nicht pflicht, aber dringend zu empfehlen für klare Trennung privat/geschäftlich
  • Jahresabschluss: Abhängig von Größe und Rechtsform; GmbH-Gründer brauchen ihn in jedem Fall

Viele Gründer nutzen heute digitale Buchhaltungs-Tools wie Sevdesk oder lexoffice. Das spart Zeit und reduziert Fehler — und ist für kleine Startups völlig ausreichend.

Frau bei der Arbeit mit Buchhaltungssoftware und Finanzberichten auf dem Monitor

Datenschutz und die DSGVO

Die DSGVO schreckt viele Gründer ab, aber es ist nicht so kompliziert wie oft dargestellt. Hier sind die Punkte, die Sie wirklich erfüllen müssen:

Datenschutzerklärung

Wenn Sie eine Website haben, brauchen Sie eine Datenschutzerklärung. Sie muss erklären, wie Sie Daten sammeln, speichern und verarbeiten. Machen Sie es verständlich — Juristen-Deutsch hilft nicht weiter.

Datenschutz-Grundsätze

Sammeln Sie nur die Daten, die Sie wirklich brauchen. Speichern Sie sie sicher. Löschen Sie sie, wenn Sie sie nicht mehr brauchen. Das ist das Fundament.

Verträge mit Dienstleistern

Wenn Sie externe Tools nutzen (Cloud-Speicher, E-Mail-Marketing, Analytics), brauchen Sie schriftliche Verträge, die regeln, wie diese Anbieter mit Daten umgehen.

Datenschutzbeauftragter mit Sicherheitsprotokollen und Compliance-Checklisten

Besonderheiten nach Branche

Manche Branchen haben zusätzliche Anforderungen. Lesen Sie hier nach, ob Ihre betroffen ist:

E-Commerce & Einzelhandel

Impressum auf der Website ist Pflicht. Widerrufsrecht für Kunden (14 Tage). AGB müssen deutlich sichtbar sein. Wenn Sie Zahlungen verarbeiten, müssen Sie PCI-DSS-Standards erfüllen.

Beratung & Services

Prüfen Sie, ob Sie Kammereinträge brauchen (z.B. IHK für Industrie, HwK für Handwerk). Manche Berufe benötigen spezielle Lizenzen oder Versicherungen.

Gastronomie & Lebensmittel

Lebensmittelüberwachung, Hygieneschulung (HACCP), Belehrung nach Infektionsschutzgesetz sind erforderlich. Genehmigungen vom Gesundheitsamt sind notwendig.

Spezialistin für Branchenregelungen mit Dokumentationen verschiedener Compliance-Standards

Der praktische Weg nach vorne

Compliance ist nicht sexy. Aber Sie können sie strukturieren, damit sie nicht überfordert:

1

Machen Sie eine Checkliste

Schreiben Sie auf, welche Anforderungen für Ihr Unternehmen gelten. Streichen Sie ab, was Sie erledigt haben.

2

Nutzen Sie digitale Tools

Buchhaltung, Rechnungen, Verträge — es gibt für fast alles ein Tool, das Zeit spart.

3

Holen Sie sich Hilfe

Für komplexe Fragen zahlt sich ein Steuerberater oder Anwalt aus. Die Kosten sparen sich oft durch Fehlerprävention.

Das Wichtigste: Fangen Sie früh an. Je später Sie Compliance aufräumen, desto aufwändiger wird es. Ein Startup, das von Anfang an sauber arbeitet, spart sich Kopfschmerzen und Geldstrafen.

Hinweis

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zu regulatorischen Anforderungen. Er ersetzt keine professionelle rechtliche oder steuerliche Beratung. Die Gesetze und Vorschriften unterscheiden sich je nach Bundesland, Branche und spezifischer Geschäftssituation. Konsultieren Sie für Ihre konkrete Situation immer einen Rechtsanwalt oder Steuerberater.